JURASSIC WORLD
Regie: Colin Trevorrow, 2015
Cast:
Chris Pratt
Bryce Dallas Howard
Ty Simpkins
Irfan Khan
Also hier meine
Gedanken zum Dienstag:
Gestern war ich
im Kino.
Der Trailer zu `Jurassic world` war atemberaubend. Tolle Bildqualität,
3D wurde versprochen. Toller cast und eine würdige Weiterführung des ersten
Teiles (Elemente des Original wurden aufgenommen und nur wenig an der Geschichte verändert - eine Art Remake). Ich habe mich so sehr auf `Jurassic world` gefreut und wurde so
enttäuscht.
Die Geschichte ist simpel: Der Park, die Insel wurde wieder
aufgebaut und nach allen Marketingregeln vergoldet und formvollendet. Es gibt Freigehege, Dinobaby-streichelzoos. Es gibt abgeschlossene Bereiche, wie den
der Raptoren und des T-Rex. Eine Neuheit wird gleich zu Anfang vorgestellt
und zwar ein Hybrid aus T-Rex und noch einem geheimen Tier. Das tier ist die Zentralfigur des Films, größer als alle anderen Dinos und zu Anfang des films mit lauter Rätseln verbunden, so fragt der neue Besitzer der Insel, genial gespielt von Irfan Khan. Und ich freue mich, dass er in Hollywood mitspielt (zuletzt gesehen in `Life of Pi` oder `Lunchbox`). Auch bemerkt
man dass die Hauptdarstellerin, Claire gespielt von Bryce Dallas Howard im Beisein Irfans plötzlich auch weiß wie
hollywood geht, ihr schauspielerisches Spiel ist zu Anfang sehr schwach. Will sagen, alleine macht sie keine gute Figur. Anyway.
Viel zu viel Hollywood (lange eingespielte Musik zu Kamerafahrten über
die Insel- ja, ich mag die Filmmusik auch aber die Szenen scheinen mir zu sehr gewollt und wenig authentisch), viel zu amerikanisch (Menschenmassen im Park; scheint die Leute animieren zu wollen sich in Vergnügungsparks zu begeben). Die Szenen (bei der Vorstellung der Wasserdinos
sieht man deutlich die Dummheit der Menschenmassen, die sich von Allem
beeindrucken lassen, erinnert an die Szenen aus `Wall-e`, in der die Menschen nur noch passiv etwas vorgesetzt bekommen). Irgendwie konnte man vielleicht eine kleine Selbstironie erahnen (vielleicht war die Banalität zu offensichtlich. Und auch
das Konzept, dass ein solcher Dinopark zwangsweise zu einem Desaster führen
muss, weil Mensch greift in den Lauf der Natur ein. Und damit erklärt sich die Kritik am skrupellosen Menschen von selbst.
Die letzte Szene erinnert an einen Nachkreigsschauplatz, alle Überlebenden, Verletzten in einer großen Halle auf Feldbetten,
ähnlich wie im Film `Tsunami` dargestellt.
Aber soviel zu
den Eckpfeilern. Es kommt nämlich noch schlimmer:
Die Protagonistin (Bryce Dallas Howard) schafft es
tatsächlich den ganzen Film über die High heels anzubehalten. Es wird zwar vom
toughen Ranger (Chris Pratt), die sich auch am Ende kriegen, angesprochen. Trotzdem wirkt es
einfach absolut bescheuert, wenn sie aus dem Stück Wald (Riesen Dino-Urwald)
rausgerannt kommt, selbe speed wie der Ranger (in festem Schuhwerk) und nicht
eine Sekunde darüber nachdenkt sie abzulegen oder sich vor Schmerz das Bein zu
halten. Na klar, sie rennt um ihr Leben und hat Besseres zu bedenken als
unschöne Blasen an den Füßen. Außerdem ist sie natürlich so tough, dass sie in High heels sehr wohl rennen und wenn´s sein muss auch Marathon rennen muss.
Aber ich bitte euch, Hollywood. Was ist los? Ok, es nervt zwar, weil man
zwangsweise an irgendeinem Punkt darüber nachdenken muss. Aber man kann es sich
ja auch verkneifen.
Dafür fallen dann eben andere Dinge auf:
Die Dialoge,
(O-Ton meiner Freundin: `Na ja, die Dialoge waren besser als in `San Andreas`)
besonders der Text der Claire, der Managerin des Parks, kommt so steif und auch unverständlich.
Ging vielleicht nur mir so!? Und ihre Figur soll ja auch Perfektion in der Imperfektion bedeuten, die allmählich zur Vernunft kommt - soweit ich es verstanden habe. Aber als toughe Geschäftsleitung ist sie noch nie in einem holprigen Hubschrauberflug dabei gewessen und verkrampft
sich derart im Hubi, als Irfan losfliegt?! Ja, ja, er ist Anfänger, aber es kommt
nicht authentisch.
Und ihr fragt Euch jetzt, was ist mit ihr los? also mit mir! und ja, es sind Kleinigkeiten, die auffallen, aber sonst gibt es nicht viel im Film. Das Ende des Films sind praktisch nur Actionszenen, `Predator` und sonstige Kriegsfilme fallen mir da ein. Die Dialoge werden auch nicht besser. Als die Flugsaurier frei sind gibt´s eine Hommage an Hitchcock´s `Vögel` (welcher Regisseur würde das nicht tun, wenn er die Möglichkeit hätte?)
Aber ich muss es wiederholen, es ist das authentische, das mir fehlt. Etwas, was ich noch nicht zuvor gesehen hab. Wo wir wieder bei einer der Aussagen des Films wären: `Die Besucher des Parks wollen etwas sehen, dass noch nie da gewesen ist; einen Hybrid-Dino, der so furchteinflößend ist wie eben da.
Bei `Jurassic Park` hatte das Gefühl: Ja, das kann passieren. Ja,
vielleicht arbeiten sie im Geheimen tatsächlich daran. Und ja, der geerdete Schönling, der am Ende die Hübsche erobert ist von Natur aus skeptisch,
furchtlos, schlau (aber doch kein Indiana Jones).
Wer sind die
neuen Helden? Wie könnte man einen solchen Film besser gestalten? Ich habe
nichts zu meckern (haha) am Cast. Ich liebe Bryce Dallas Howard, Chris Pratt, sogar Vincent d´Onofrio. Aber
solch und immer wieder die gleichen Vorurteile auszupacken und in 3D versuchen neu zu verkaufen. Einfach schlecht.
Bin ich alt? Oder einfach schlecht drauf?
Was sagt ihr zu dem neuen Blockbuster?
Habt ihr `Chappie` gesehen? Genauso ein schlechtes Beispiel, das ich gar nicht erst davon anfangen will.
Ich lass euch Zeit mich zu zerreißen.
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Jey